Ergotherapie für KinderLern- und Verhaltensstörungen

Sonstige Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen

Um Konzentration zu erlangen, muss eine zielgerichtete Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema aufgebaut werden.

Ergotherapie bei sonstigen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen

Der Begriff Konzentrationsstörung bezeichnet eine Schwäche oder Beeinträchtigung der Fähigkeit, seine Konzentration auf eine zielgerichtete Tätigkeit aufrechtzuhalten. Der Begriff „sonstige“ grenzt eine ADS- oder ADHS-Störung aus. Im Gegensatz zu diesen Störungen liegen bei dieser Form in der Regel keine neurologischen Defizite vor. Die ergotherapeutische Behandlung bezieht sich einerseits auf ein gezieltes Trainingsprogramm und andererseits auf die Umstellung von (falschen) Lern- und Arbeitsgewohnheiten.

Folgende Aspekte kann eine ergotherapeutische Behandlung beinhalten:

  • Förderung der Impulskontrolle (planvolles und strukturiertes Arbeiten)
  • Stärkung der Aufmerksamkeitsleistung (als Voraussetzung für die Konzentration)
  • Training zur Verminderung einer Reizfilterschwäche (Umweltreize wie Lärm oder visuelle Reize bei der Arbeit ausblenden)
  • Arbeitsplatzgestaltung (zu Hause oder in der Schule)
  • Freizeitgestaltung (z.B. weniger Fernsehen & PC-Spiele, dafür mehr Bewegung)

Eine sogenannte einfache Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwäche lässt sich in der Regel gut behandeln. Die Mitarbeit der Eltern sowie die Umsetzung von neuen Regeln sind hierbei unbedingt erforderlich.

Wissenswertes über Aufmerksamkeit und Konzentrationtop

Um Konzentration zu erlangen, muss eine zielgerichtete Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema aufgebaut werden. Um Aufmerksamkeit (und Konzentration) zu erreichen, müssen andere Umweltreize, wie z.B. Geräusche oder visuelle Reize, ausgeblendet werden können. Gelingt dies nicht, spricht man von einer Reizfilterschwäche. Die Kinder lassen sich dann von vielen Gegebenheiten ablenken und benötigen z.B. für ihre Hausaufgaben viele Stunden. Weiterhin sind Motivation und Erfolgserlebnisse wichtige Faktoren, die aber bei einer Störung schnell abnehmen.

Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwächen können in unterschiedlicher Form auftreten und sind medizinisch nicht eindeutig definiert. Die Gründe können vielfältig sein, daher hier nur einige auftretende Beispiele:

  • Mangelnde Förderung oder ausbleibendes Training im Kleinkindalter
  • Zu häufiger oder zu langer TV- oder PC-Konsum
  • Schlafmangel über einen längeren Zeitraum
  • Über- oder Unterforderung in der Kita oder der Schule
  • Mangelnde Bewegung
  • Gestörte, nicht homogene Familienverhältnisse (z.B. häufiger Streit der Eltern)

Bei einer vorliegenden Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung sollte so früh wie möglich mit einer Therapie begonnen werden, um Misserfolge und ein vermindertes Selbstwertgefühl zu vermeiden.

Übungen für zu Hausetop

Um die Kinder optimal zu unterstützen, bekommen sie regelmäßig Aufgaben, die sie zusammen mit ihren Eltern erledigen sollen. Dabei hilft auch die Beratung Ihres Therapeuten über Trainingsideen, wie zum Beispiel:

  • Welche Ideen lassen sich einsetzen? (z.B. eine vorgelesene Geschichte wiedergeben)
  • Mit welchen Spielen kann die Fähigkeit, störende Reize auszublenden, trainiert werden?
  • Welche Sportarten eignen sich zur Förderung der Konzentration?

Wir haben viele Anregungen und Ideen für Sie gesammelt und in einer Elternbroschüre zum Download zusammengefasst.

Hilfreiche Links und Literaturtop

Unter folgenden Internetadressen finden Sie weitere Informationen und Unterstützung:

Literaturempfehlungen für Eltern:

  • Uta Stücke: Konzentrationstraining 1. und 2. Schuljahr
  • Uta Stücke: Konzentrationstraining 3. und 4. Schuljahr
  • Helmut Weyrether: Konzentrationsschwäche
  • Wolfgang Endres: Besser konzentrieren