Ergotherapie für ErwachseneNeurologische Erkrankungen

Morbus Parkinson

Durch den Mangel an Botenstoffen im Gehirn kommt es zu einem Ungleichgewicht in den motorischen Steuerungen.

Ergotherapie bei der Diagnose Morbus Parkinson

Parkinson, auch Schüttellähmung genannt, ist eine Erkrankung, die meistens zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr auftritt. Durch den Mangel an Botenstoffen im Gehirn kommt es zu einem Ungleichgewicht in den motorischen Steuerungen. Da Parkinson bis heute noch nicht heilbar ist, richtet sich die ergotherapeutische Behandlung auf den längstmöglichen Erhalt der motorischen Fähigkeiten sowie auf den größtmöglichen Erhalt der Lebensqualität.

Inhalt der Therapie sind zum Beispiel Alltagstätigkeiten wie Anziehen, Kochen oder die Körperpflege. Ebenso gehört die Anpassung des Lebensraumes oder des Arbeitsplatzes zu den Aufgaben der Ergotherapie.

Die wichtigsten Behandlungsansätze sind:

  • Beratung zu den wichtigsten täglichen Lebensbereichen (ADL-Training)
  • Versorgung mit Hilfs- und Trainingsmitteln (z.B. Bewegungstrainer)
  • Übungen zum Erhalt der Fein- und Grobmotorik und der Koordination
  • Wahrnehmungs- und Gedächtnistraining
  • Häusliche und Angehörigenberatung
  • Vermittlung von Selbsthilfegruppen, Literaturempfehlungen

Wissenswertes über Parkinsontop

Parkinson wurde erstmals Anfang des 19. Jahrhunderts von dem englischem Arzt James Parkinson beschrieben. Innerhalb der letzten Jahrzehnte haben sich durch den medizinischen Fortschritt die Bedingungen und die Lebensqualität für die Betroffenen erheblich verbessert. Wird ein Patient medikamentös gut eingestellt, lassen sich die Krankheitssymptome oft viele Jahre lang unterdrücken. Seit einigen Jahren wird auch oftmals erfolgreich ein „Hirnschrittmacher“ eingesetzt. Die sogenannte „Tiefe Hirnstimulation“ kann oft große Verbesserung in der gesamten Symptomatik bewirken. Motorische Ausfälle werden seltener, das Gehen und die Bewegungsgeschwindigkeit normalisieren sich wieder. Diese Methode, die wie Medikamente auch Nebenwirkungen haben kann, wird oft erst in einem späteren Krankheitsstadium eingesetzt. Aktuell wird darüber diskutiert, den Hirnschrittmacher bereits zu verwenden, bevor ausgeprägte Symptome auftauchen.

Häusliche Beratung und Hilfsmitteltop

Zu den Aufgaben der Ergotherapie gehört unter anderem, die Lebensqualität im häuslichen Umfeld aufrechtzuerhalten. Hier gilt es vor allem die Patienten mit Hilfsmitteln auszustatten und Sicherheit zu schaffen. Hierzu ist oftmals die Umgestaltung des Wohn- und Lebensumfeldes notwendig. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Umgestaltung des Badezimmers, z.B. Haltegriffe oder Wannenlift
  • Beseitigung von Unfallquellen, z.B. beim Gebrauch elektrischer Geräte, bei der Verwendung von Medikamenten, Stolperfallen bei Teppichen
  • Weitere Hilfsmittelversorgung, z.B. Gehhilfen, Rollstühle, Rollatoren oder therapeutische Trainingsgeräte wie Bewegungstrainer

Inhaltlich spricht der Therapeut innerhalb der häuslichen Beratung vor Ort mit dem Patienten und den Angehörigen über die Möglichkeiten zusätzlicher Hilfsangebote sowie die Beantragung finanzieller Hilfen.

Viele nützliche Informationen und Ratgeber finden Sie bei der Selbsthilfegruppe Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. unter:

Unter folgender Web-Adresse erhalten Sie weitere Informationen über Hirnschrittmacher: