Ergotherapie für KinderBehinderungen

Geistige Behinderungen

Geistige Behinderungen werden in pränatale (vor der Geburt entstandene) oder postnatale (nach der Geburt entstandene) Behinderungen unterteilt.

Ergotherapie bei geistiger Behinderung

Geistige Behinderungen sind in der Regel angeboren, treten in vielen Variationen auf und sind individuell in ihrer Ausprägung. Da sich die Einschränkungen lebenslang auf die Kinder auswirken, steht in der Ergotherapie die Elternberatung an erster Stelle. Die Hilfsmittelversorgung sowie die Anpassung des Lebensraumes gehören ebenfalls zu den Aufgaben der Therapeuten. Dies gilt auch für die Auswahl der passenden Kindertagesstätte, der Schule oder später auch für einen angepassten Arbeitsplatz. Innerhalb der Ergotherapie mit geistig Behinderten werden folgende Bereiche gefördert und mit einbezogen:

  • Training und Förderung der gesamten Wahrnehmungsverarbeitung
  • Hilfestellung und Anleitung für die motorische Entwicklung
  • Verhaltenstherapeutisches Lern- und Speichertraining
  • Erlernen von Kompensationstechniken
  • Steigerung der Aufmerksamkeit und der Konzentration
  • Anpassung des Umfeldes infolge einer häuslichen Beratung
  • Einbeziehung und Beratung der Eltern, Erzieher und anderer wichtiger Bezugspersonen

Wissenswertes über geistige Behinderungentop

Geistige Behinderungen werden in pränatale (vor der Geburt entstandene) oder postnatale (nach der Geburt entstandene) Behinderungen unterteilt. Unter einer geistigen Behinderung versteht man eine deutliche Verminderung der kognitiven Fähigkeiten. Diese werden oftmals durch sogenannte IQ-Testungen diagnostiziert. Bei einem IQ-Wert von unter 70 spricht man von einer geistigen Behinderung. Heute ist es üblich, die Diagnose nicht alleine von dem IQ-Wert abzuleiten. Die Schwere einer geistigen Behinderung wird nach folgenden Werten klassifiziert:

IQ-Wert von: (Diagnoseschlüssel ICD-10)
70 bis 85 – Lernbehinderung F81
50 bis 69 – leichte geistige Behinderung F70
35 bis 49 – mittelgradige geistige Behinderung F71
20 bis 34 – schwere geistige Behinderung F72
unter 20 – schwerste geistige Behinderung F73

Eine geistige Behinderung kann sich auf viele Lebensbereiche auswirken. Angefangen mit einer verzögerten Entwicklung im Kleinkindalter, werden auch Symptome wie z.B. Störungen der sozialen und emotionalen Reife, der Sprache oder der Motorik sichtbar. Am auffälligsten zeigen sich Einschränkungen bei der kognitiv-geistigen Entwicklung, wie z.B. bei der Lern- und Gedächtnisleistung. Wichtig ist eine sogenannte „Frühförderung“ der Säuglinge und Kleinkinder zur bestmöglichen Unterstützung. Dafür stehen speziell ausgerichtete Frühförderzentren, Sonderkindergärten und andere integrative Einrichtungen zur Verfügung. Innerhalb dieser Einrichtungen werden oft auch vielfältige therapeutische Maßnahmen angeboten

Übungen für zu Hausetop

Um die Kinder optimal zu unterstützen, bekommen sie innerhalb der Ergotherapie regelmäßig Aufgaben, die sie zusammen mit ihren Eltern erledigen sollen. Dabei hilft auch die Beratung Ihres Therapeuten über Trainingsideen wie zum Beispiel:

  • Welche Materialien lassen sich einsetzen, um die Wahrnehmungsbereiche zu fördern?
  • Mit welchen Spielen lassen sich die sozialen Kompetenzen trainieren?
  • Wie können Eltern die Körpersinne fördern und trainieren?

Wir haben viele Anregungen und Ideen für Sie gesammelt und in einer Elternbroschüre zum Download zusammengefasst.

Hilfreiche Links und Literaturtop

Unter folgenden Adressen erhalten Sie weitere nützliche Informationen:

Literaturempfehlungen bei Kindern mit geistigen Behinderungen:

  • Jacques Heijkoop: Herausforderndes Verhalten von Menschen mit geistiger Behinderung
  • Marga Hogenboom: Menschen mit geistiger Behinderung besser verstehen
  • Alexandra Lange: Beziehungsfähig trotz geistiger Behinderung
  • Otto Speck: Menschen mit geistiger Behinderung