Ergotherapie für ErwachseneOrthopädische Erkrankungen und Traumatologie

Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis

Etwa 300 Krankheitsbilder werden dem rheumatischen Formenkreis zugeordnet.

Ergotherapie bei rheumatischen Erkrankungen

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Rheuma ein Sammelbegriff für Erkrankungen, die an den Bewegungsorganen auftreten und fast immer mit Schmerz und somit häufig mit Bewegungseinschränkungen verbunden sind. Rheuma kann jeden treffen, nicht nur alte Menschen, sondern auch zunehmend junge Menschen.

Durch die vielfältigen Erscheinungsbilder von rheumatischen Erkrankungen gestaltet sich auch die ergotherapeutische Behandlung abwechslungsreich. Folgende Behandlungsansätze stehen hierbei im Vordergrund:

  • Gelenkschutz. Dem Patienten werden gelenkschonende Maßnahmen vermittelt, um alltägliche Bewegungsabläufe im Haushalt oder am Arbeitsplatz so schonend wie möglich zu verrichten. Unnötige Belastungen werden somit vermieden und Schmerzen gelindert.
  • Anpassung der häuslichen und beruflichen Umgebung. Innerhalb persönlicher Beratungen vor Ort werden Anpassungen und Umbauten im Haushalt oder am Arbeitsplatz vorgenommen, um möglichst ergonomische Bewegungsabläufe zu gewährleisten.
  • Muskuläres Funktions- und Bewegungstraining. Diese motorische Therapie sorgt für eine Verbesserung der Beweglichkeit, der Muskelkraft sowie den Erhalt der motorischen Geschicklichkeit.
  • Schienen- und Hilfsmittelversorgung. Für die Stützung und Schonung von entzündeten Gelenken werden in der Ergotherapie individuelle Schienen hergestellt und angepasst. Weiterhin werden Hilfsmittel vorgestellt und vermittelt. Dazu gehören z.B. Griffverdickungen, spezielle Werkzeuge für den Haushalt oder Anziehhilfen.

Wissenswertes über Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreistop

Rheuma ist als Überbegriff für viele Erscheinungsformen zu betrachten. Etwa 300 Krankheitsbilder werden dem rheumatischen Formenkreis zugeordnet. Die Ursachen sind bis heute nicht eindeutig bekannt. Vermutet werden Autoimmun-Erkrankungen, erbliche Komponenten sowie Begünstigungen z.B. durch Mangelernährung, Rauchen oder Alkohol.

Rheumatische Erkrankungen werden grundsätzlich in vier verschiedene Kategorien unterteilt. Dazu gehören:

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen, wie z.B. Arthritis oder Morbus Bechterew. Bei dieser Form ist die Entzündung nicht nur auf ein einzelnes Gelenk begrenzt, sondert befällt den ganzen Körper. Die Betroffenen sind in ihrer ganzen körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Oftmals kann dies anhand von Blutuntersuchungen nachgewiesen werden.

Weichteilrheumatismus wie Bindegewebs- und Gefäßerkrankungen. Hierbei können auch innere Organe befallen werden, dadurch sind schwere Krankheitsverläufe möglich. Befallen sein können unter anderem die Muskeln, das Herz, die Nieren, das Nervensystem, die Gefäße oder auch die Haut.

Degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankung, wie z.B. Arthrose. Bei dieser Form entzündet sich die Innenhaut von Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln. Dadurch werden fortschreitend die Gelenke zerstört. Als Folge sind im fortgeschrittenen Stadium ausgeprägte Knochen-Deformationen zu erkennen. Wird die Erkrankung in einem frühen Stadium entdeckt, kann die fortschreitende Gelenkzerstörung mit Hilfe von geeigneten Therapien verlangsamt oder gar gestoppt werden.

Rheumatische Beschwerden bei Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. Gicht. Die Stoffwechselerkrankungen sind hier nur der Auslöser von rheumatischen Beschwerden. Schmerzen in den Gelenken, meist Füßen oder Händen, können erste Anzeichen einer solchen Erkrankung sein. Wird die betreffende Grunderkrankung erfolgreich behandelt, verringern sich auch die sekundären rheumatischen Beschwerden.

Häusliche Beratung und Hilfsmitteltop

Die Lebensqualität im häuslichen Umfeld aufrechtzuerhalten, gehört unter anderem zu einer der Aufgaben in der Ergotherapie. Das Öffnen von Knöpfen oder fest sitzenden Flaschenverschlüssen sowie Kartoffelschälen sind Beispiele für Tätigkeiten, die für Rheumakranke im Alltag schwer zu bewältigen sind. Somit gilt es vor allem, die Patienten mit Hilfsmitteln auszustatten und Sicherheit zu schaffen. Dazu ist häufig die Umgestaltung des Wohn- und Lebensumfeldes notwendig. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Die Umgestaltung des Badezimmers, z.B. Anbringen von Haltegriffen
  • Die Ausstattung mit speziellen Küchenwerkzeugen oder Anziehhilfen
  • Weitere Hilfsmittelversorgung, z.B. Orthesen- oder Schienenversorgung

Fast in jeder größeren Stadt finden sich aufgrund der hohen Anzahl von Betroffenen Selbsthilfe-Gruppen, die auch viele Informationen über ihre Internet-Seiten anbieten.

Eine weitere Möglichkeit bietet die deutsche Rheuma-Liga. Dort finden sie viele nützliche Tipps und Informationen: